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Betrugserkennung durch Datenanalyse |
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Mit intelligenten Data-Mining-Methoden können Versicherungsbetrüger
überführt werden
Seit vielen Jahren hört man aus der Versicherungsbranche die Klage, dass
Versicherungsbetrug zu einem "Volkssport" geworden sei. Eine
übertriebene Behauptung? Wenn man den Volkssport-Vergleich wörtlich
nimmt, dann muss man feststellen: In diesem Fall ist die Rhetorik
erstaunlich nah an der Wirklichkeit. Legt man aktuelle Statistiken
zugrunde, dann ist ungefähr ein Drittel der deutschen Bevölkerung
regelmäßig in Sportvereinen aktiv. Andererseits haben 27 Prozent aller
Deutschen in Umfragen bekannt, bereits einen Versicherungsbetrug
begangen zu haben; bei den unter 30-Jährigen sind es sogar über 60
Prozent.
Während eine erstaunlich große Zahl von Versicherten "Sport frei" zum
Betrug sagt, schätzen die Unternehmen allein in Deutschland den
jährlichen Schaden auf vier bis fünf Milliarden Euro. Den Hauptanteil an
dieser Summe steuern keineswegs die großen, mit krimineller Energie
ausgetüftelten Betrugsfälle bei, von denen man immer wieder in der
Zeitung liest. Denn wenn es sich um hohe Schadenssummen handelt, wie sie
zum Beispiel bei einem Hausbrand entstehen, wird der Hergang so genau
geprüft, dass Ungereimtheiten meist auffallen. Was der
Versicherungsindustrie zu schaffen macht, sind die vielen kleinen,
unerkannt oder unbeweisbar bleibenden Fälle, die sich zu Milliarden
summieren: die als gestohlen gemeldeten Fahrräder, die tatsächlich
weiterverkauft werden oder im Keller stehen bleiben; die geringfügigen
"Zulagen" bei der Leistungsabrechnung, die ein Arzt durchführt; die
absichtlich herbeigeführten Blechschäden an einem schrottreifen Auto,
die den Kauf eines neuen mitfinanzieren.
Wie können Versicherer mit solchen Fällen umgehen? Sie können nicht als
unabwendbare Umsatzverluste hingenommen werden, denn die Betrugsschäden
zehren etwa vier Prozent aller Versicherungseinnahmen auf. Die Verluste
in die Beiträge einzurechnen, ist moralisch verwerflich, denn damit
würde man sie in unfairer Weise den ehrlichen Versicherungskunden
aufbürden, die nach wie vor die große Mehrheit bilden. Oder sollen die
Sachbearbeiter etwa jeden Schadensfall als dubios behandeln und mit der
Lupe prüfen? Das wäre praktisch kaum durchführbar und würde zudem das
Image des Versicherers ramponieren. Wer einen Schaden meldet oder eine
Leistung in Anspruch nimmt, will nicht als potenzieller Betrüger
behandelt werden, sondern erwartet eine schnelle, unbürokratische
Bearbeitung.
Die Lösung für dieses Problem liegt im Data Mining. Die Datenbanken, mit
denen Versicherer Kunden und Schadensfälle verwalten, lassen sich mit
intelligenten Analysetechniken für die Entdeckung von Manipulationen
nutzen. Data-Mining-Spezialisten arbeiten an immer ausgefeilteren
Abfragemethoden, um aus den Zahlen und Informationen, die zu jedem
Versicherungsfall gespeichert werden, Verdachtsmomente herauszufiltern.
Bestimmte Abweichungen von üblichen Fällen oder Übereinstimmungen mit
bekannten Betrugsmustern werden automatisch erkannt und mit einem
Warnzeichen versehen.
Die Methoden der Analysewerkzeuge sind ausgesprochen komplex, aber die
Funktionsweise ist gewissermaßen die eines Kriminalbeamten auf
Autopilot. Auf der abstrakten Ebene von Algorithmen und Datensätzen
werden Verdächtige vernommen, Fangfragen gestellt, Widersprüche
aufgedeckt, Fingerabdrücke verglichen, alte Akten mit ähnlichen Fällen
aufgeblättert. Dabei fallen dann auch Details auf, die einem
menschlichen Ermittler entgehen würden.
"Durch Data Mining lässt sich die Erkennungsquote bei
Versicherungsbetrug deutlich erhöhen", so Dr. Igor Schnakenburg von der
Firma Altran CIS, die einer der führenden Spezialisten auf diesem Gebiet
ist. "Unregelmäßigkeiten werden vermittels statistischer Verfahren und
bekannter Muster aufgedeckt, so dass die Sachbearbeiter einer
Betrugsabteilung nur die verdächtigen Fälle unter die Lupe nehmen
müssen." Als Beispiel gelte hier der Fall eines Krankenversicherers, der
durch den Einsatz von Analyse-Knowhow der Firma Altran CIS einem
systematischen Abrechnungsbetrug auf die Spur kam. Ein Allgemeinarzt
hatte sich die Kassenkarten von Altersheim-Bewohnern ausgeliehen, um
bestimmte Leistungen abzurechnen. Wie wurde der Betrug entdeckt? Ganz
einfach: Die Patientendaten lagen zu weit über dem Altersdurchschnitt
einer Allgemeinarzt-Praxis. Vielleicht nicht unerwartet, wenn ein
Altenheim in der Nähe ist, aber der Verdacht auf einen Betrugsfall lag
hiermit bei der Krankenkasse vor. Altran CIS wurde hinzugezogen, um
diesen speziellen Fall zu untersuchen und zu prüfen, ob sich
Auffälligkeiten und Muster im Verhalten finden lassen. Altran CIS
entdeckte, dass immer wieder dieselben Erkrankungen und Behandlungen der
Patienten in regelmäßigen Abständen behandelt wurden, auch solche, die
normalerweise nur einmal pro Jahr erfolgen sollten. Die Software hat
diese Abweichungen erkannt und als auffällig markiert. Die Ermittlungen,
die von der Betrugsabteilung in die Wege geleitet wurden, haben dann den
Verdacht bestätigt.
Durch angepasste Software-Lösungen sind in allen Versicherungssparten
Manipulationen erkennbar, ob Hausrat-, KFZ- oder Lebensversicherung. Auf
die Frage, wie sich durch Datenanalyse ein falscher Fahrraddiebstahl
oder ein Blechschaden mit fragwürdigem Unfallhergang erkennen lässt,
verweigert Dr. Jörg Reinnarth, Business Manager von Altran CIS,
allerdings die Auskunft: "Man kann solche Fälle identifizieren, aber die
Indizien und Methoden erläutern wir nur vor unseren Kunden, nicht vor
aller Öffentlichkeit. Die Erkennung unberechtigter Ansprüche wird
jedenfalls stetig verbessert. Wir gleichen aufgedeckte Fälle mit schon
vorhandenen Daten über Betrugsrisiken ab und können damit die Analyse
durch einen stetigen Lernprozess präzisieren, der die Treffsicherheit
weiter steigert."
Die automatisierte Betrugserkennung erhöht nicht nur die
Aufklärungsquote. Sie beschleunigt auch die Bearbeitung der
unverdächtigen Fälle, denn Versicherte, deren Ansprüche kein
Verdachtsmoment aufweisen, können mit schnelleren Auszahlungen rechnen.
Der Nutzen ist also ein doppelter: Zum einen steigt die
Kundenzufriedenheit, und zum anderen besteht die Hoffnung, dass
Versicherungsbetrug künftig vielleicht doch zu einer Randsportart wird.
Altran CIS
Jörg Reinnarth
Bahnhofplatz 16-18
56068 Koblenz
0261 91599-700
joerg.reinnarth@altran-cis.de
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